Brauhecker Anekdoten

 

 

Sonntagsplauderei

von Günther Bretz

Die Sonntagsplauderei aus Cochem aus der Osterausgabe des Kreisanzeigers 1931 fand 70 Jahre später im Stadtteil  Brauheck ihre Fortsetzung.

Auch in Brauheck war’n die Häschen

Mit den kleinen Stupse-Näschen.

Auf der Kreisstraße-Mittel-Insel

Malten sie mit ihren Pinseln

Letzte Woche über Nacht`

 

Eine schöne Blütenpracht.

Doch nach drei Tagen – ach oh Graus

Sah die Pracht nicht prächtig aus.

Da hat so einer der Proleten

ne Blume förmlich plattgetreten.

 

Der Spielplatz, der für Groß und Klein,

war über Nacht mal wieder rein.

Ihm fehlt zwar noch der letzte Schliff;

Doch Hasenmutter Elke rief

Zu einer zweiten Aktion ein

Damit zum Maifest alles rein.

 

In Brauheck sieht es sonst schlecht aus.

Der Wohlstandsmüll – es ist ein Graus.

Überall liegt er herum.

Ich frag mich: Sind die Menschen dumm?

Der ganze Wald liegt voller Dreck.

Wir Häschen Jammern. Hat kein Zweck!

Kaum ist unser Wald mal sauber

Beginnt ein neuer Wegwerf-Zauber.

 

Wir Osterhasen drohen Euch an:

Wenn dieser Wegwerf-Wahn hält an,

dann werden wir Euch die Zähnchen zeigen

und nächstes Jahr mal einfach streiken.

 

 

Ohne Spott- und Necknamen

Ein Umschreibungsversuch Anno 2005

von Günther Bretz

Die Praheck war seit eh und je

nur Cochemer Wald auf der Dohrer Höh.

Hier gabs noch reine Höhenluft

(bis auf den Dohrer Schweinsstallduft).

Vorbei ists mit dem Scheisskanal.

Jetzt wird geklärt ins Ellerbachtal

Das Brauheck-Center – was kostet die Welt

Nicht jedem Cochemer Geschäftsmann gefällt.

Kein Verkehrslärm, kein Touristengegröle.

In Brauheck herrscht Ruhe – ein Labsal der Seele.

 

Und weil wir uns stets brav und bieder verhalten,

haben wir auch keinen Spitznamen erhalten.

 

 

Oder doch ?

Eine Korrektur Anno 2009 von Günther Bretz

Als ab dem Jahr 1960 der neue Cochemer  Stadtteil  Brauheck zunächst nur als Kaserne und Soldatenwohnsiedlung entstand, brach besonders unter den Offiziersfrauen ein erbitterter Kampf um deren finanziellen Leistungsfähigkeiten aus. Das führte ab und an auch in die finanzielle Krise.

Unter dem Motto:

 Große Sprüng und nichts im Beutel,

hatten sie schnell den Namen

Brauhecker Kängurus

weg.

 

Der Aufstieg zur Burg durch den Stadtteil Brauheck

Im Jahr 1982 war folgende Glosse in der örtlichen Presse zu lesen.

Der  Stadtteil Brauheck scheint doch nicht so weit vom Stadtzentrum Cochem entfernt zu liegen, wie es oft vorwurfsvoll zu hören ist. In dem Wanderbuch „Rundwanderungen Südeifel“ wird die Wanderung von Cochem zur Burg wie folgt beschrieben:

Erstes Ziel ist das historische Gasthaus Alte Thorschenke. Daneben rankt Efeu an den alten Mauern des Enderttores, das wir durchschreiten. Etwa 20 Meter danach geht es  links über Steintreppen zwischen alten Häusern aufwärts. Wo sich die Wege teilen, geht es rechts an der Friedhofsmauer entlang weiter durch den neuen Cochemer Stadtteil Brauheck. Die Jahnstraße bringt uns halblinks zur Oberbachstraße. Dort beginnt der Aufstieg über den Tummelweg zur Burg. usw.

 

Der Lindberg in Brauheck

Vulkane in der Eifel wieder aktiv! Neue Erhebung bei Cochem entstanden! So – oder ähnlich könnten die Schlagzeilen in unserer Heimatzeitung lauten. Was war geschehen?

Im Cochemer Stadtteil Brauheck waren einige Straßennamensschilder verschwunden. Die Verwaltung der Stadt Cochem nahm sich des Missstandes an und reagierte ausnahmeweise besonders schnell. Schon prangte an einer Straßenecke Brauhecks das neue Straßenschild mit dem Namen „Lindbergstraße“.

Doch die Straße hat mit einem Berg absolut nichts zu tun. Ob die Verwaltung im Wust ihrer unbearbeiteten Aktenberge vergessen hatte, dass die Straßen der ehemaligen Militärwohnsiedlung Brauheck im Jahr 1961 mit den Namen berühmter Luftfahrtpionieren versehen wurden?

Lindbergh Charles August, US-amerikanischer Flieger, geboren am 4.1.1902 in Little Falls Minn, überflog am 20 und 21. Mai 1927 im Alleinflug als erster den atlantischen Ozean von New York nach Paris in 33,5 Stunden.

Ob Berg oder Bergh, ein Unterschied, den man halt wissen muss oder sollte oder kann.

Jedenfalls rotierten die Mühlen der Cochemer Stadtverwaltung jetzt im Schneckentempo. Denn es sollten tatsächlich runde 20 Jahre vergangen sein, bis ein neues berichtigtes Straßenschild in der Lindberghstraße aufgestellt wurde.